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"Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen", sagte der Fuchs. "Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast..."
(Antoine de Saint-Exupéry, "Der kleine Prinz")
HinHören - HinSehen - HerausSchreien
Als wir die Bilder für das Buch und die Ausstellung zusammengestellt haben, war für uns von Anfang an klar, dass die obige Trilogie einfach zusammen gehört, obwohl die Bilder sowohl im räumlichen als auch zeitlichen Abstand voneinander entstanden sind. Die drei Bilder lagen beim Sortieren immer wieder zusammen, obwohl von uns nicht bewusst und absichtlich zueinander gelegt. Wir haben für uns das Gefühl, die Bilder haben sich selbst gesucht und gefunden.
Schnell hatten wir die Verbindung zu den drei Affen für uns gefunden, allerdings in ihrer Umkehr. “ Nichts hören - nichts sehen - nichts sagen ” - für uns stellt die Trilogie genau das Gegenteil dar. Wir können es nicht anders beschreiben - wir saßen da, schauten die Bilder in ihrer Gesamtheit an und Ralf sprach unseren Gedanken dann aus: “ Damit unterstützen wir Power-Child ”.
Zugegeben wussten wir von der Philosophie der drei Affen “ Nichts hören - nichts sehen - nichts sagen” nicht viel, also haben wir im Internet recherchiert und Erstaunliches gefunden:
Die drei Affen in der Kunst
Das berühmteste Drei-Affen-Motiv stammt aus dem 17. Jahrhundert und befindet sich nahe der Stadt Nikko auf der japanischen Hauptinsel Honshu, etwa 140 Kilometer nördlich von Tokyo. Es ist als Fassadenschnitzerei an einem eher unscheinbaren Gebäude (einem ehemaligen Pferdestall) auf dem Gelände des Toshogu-Schreins zu finden. Von dort ausgehend hat es sich als Symbol weltweit verbreitet. Während die drei Affen in Japan eigentlich die Bedeutung „über Schlechtes weise hinwegsehen" haben, werden sie im Westen eher als „alles Schlechte nicht wahrhaben wollen" interpretiert. Aufgrund dieses negativen Bedeutungswandels gelten die drei Affen daher häufig als Beispiel für mangelnde Zivilcourage. Manchmal wird noch ein vierter Affe mit dargestellt, der mit seinen Händen seinen Unterleib bedeckt (shizaru). Er hat die Bedeutung „nichts Böses tun".
(Quelle: Wikipedia)
Hier waren wir einfach nur sprachlos. Der Ursprung des Motives als Fassadenschnitzerei an einem ehemaligen Pferdestall und unsere Umkehr der drei Affen in Holzbildern - dazu noch der vierte mit dargestellte Affe, der mit seinen Händen seinen Unterleib bedeckt als Symbol für “ nichts Böses tun “ -
Die Darstellung des vierten Affens war uns nicht bekannt und wir staunen noch immer ob des sich Zusammenfindens der Bilder.
Mord an Kinderseelen
Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen ist nicht die Ausnahme, sondern Alltag. Bei einer statistischen jährlichen Zahl von ca. 20.000 Opfern (Kinder von unter 1 bis 14 Jahren) ist diese erschreckende Zahl tatsächlich zehn- bis fünfzehnmal höher.
Sexuellen Missbrauch erleiden Kinder in sehr unterschiedlichen Formen. Die Taten finden oft im nahen Umfeld, überwiegend sogar in der eigenen Familie der Kinder statt. So haben die Kinder kaum eine Möglichkeit, dem Missbrauch zu entkommen. Durch massivste Drohungen werden sie zum Schweigen gezwungen.
Der Missbrauch dauert oft über Jahre hinweg an. Die missbrauchten Kinder leben in einer ausweglosen Situation: Statt Liebe, Urvertrauen und Geborgenheit erfahren sie Vertrauensmissbrauch, Ohnmacht, ständige Bedrohung und Gewalttätigkeit.
HinHören - HinSehen - HerausSchreien
Dieses Bild drückt für uns in Anlehnung an den drei Affen die Umkehr aus, den Mut zu haben, HinzuHören, HinzuSehen und der Angst nicht die Stille folgen zu lassen, wenn Unrecht geschieht, sondern es HerauszuSchreien.
Kinder und Jugendliche, die Opfer von sexuellen Übergriffen und sexueller Gewalt geworden sind, brauchen unseren Mut überlebensnotwendig, ebenso wie den eigenen Mut, in sich hineinzuhören, sich den Schmerz ansehen zu können und ihn dann HerauszuSchreien, um das Schweigen zu brechen.
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